Ein Leben für die Katz‘

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Mabel, so heißt sie, meine neue Mitbewohnerin und Partnerin, Schmusekatze und Unruhestifterin, kurz: meine neue große Liebe.

Es wird Zeit mich öffentlich zu outen. Als Katzenliebhaberin. Denn es waren schon immer Katzenvideos, die mein Retter an schlechten Tagen waren, Kalender mit putzigen Kätzchenbilder, über die ich mich Weihnachten am meisten freute und T-Shirts mit lustigen Katzenprints, in denen ich nachts am liebsten schlief.

IMG_7148Ja, ich gebe zu, ich war schon immer verrückt – nach Katzen.

Und jetzt ist es endlich so weit, ich teile mein Leben fortan mit jemanden, der noch eigensinniger, frecher, verspielter und dauer-hungriger ist als ich. Nun liegt die erste Woche hinter uns. Selten war ich längere Zeit lieber nur in der Wohnung als unter Menschen, selten war ich damit zufriedener und auch selten so oft kurz davor eine Krise zu bekommen.

Das Wort „Nein“ wurde binnen kürzester Zeit zum am häufig gesagten Wort des Jahres. „Nein, nicht auf den Tisch“, „Nein, nicht am Kabel knabbern“, „Nein, nicht auf den Laptop“. Mittlerweile denkt sie vermutlich, dass „Nein“ ihr Name ist.

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3 Uhr nachts, ich blicke in die Dunkelheit und sehe..nichts. Leise flüstere ich „Mabel?“ und ein leises Schnurren ertönt direkt an meinem Ohr. Licht an, „Nein Mabel“, ein sanfter Schubser in Richtung Fußende. Licht aus. Halb 5, dasselbe Spiel. Kurze Zeit später – ihr ahnt es schon.

„Nein, nicht aufs Kopfkissen“ wird wahrscheinlich zum wichtigsten Satz unserer Beziehung. Mittlerweile haben wir uns auf Hüfthöhe geeinigt, Kompromisse gehören ja schließlich zu einer guten Partnerschaft dazu.

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Und wie in jeder Beziehung haben auch wir unsere Auf und Ab’s. Innerhalb einer Woche hab ich so ziemlich jede Gefühlslage durchlebt. Von Freude, wenn sie sich auf dem Sofa ganz dicht an mich kuschelt und schnurrt, Belustigung, wenn sie versucht die Maus an der Angel zu fangen, als wäre sie die größte Jägerin aller Zeiten oder sie ihren Schwanz jagt, der anscheinend das größte Ärgernis und Mysterium ihres Lebens darstellt – neben der „anderen“ Katze im Land hinter dem SpiegelAngst in der Schrecksekunde, wenn sie in ihrer Tollkühnheit einen riesigen Satz von der höchsten Plattform ihres Kratzbaums macht, der für mich dann nicht mehr nach ein Meter fünfzig aussieht, sondern nach drei Metern und Wut, wenn sie in den Blumentopf kriecht und die halbe Erde über den Balkon verteilt.

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Aber mit der Zeit bin ich gelassener geworden, habe Vertrauen in Mabels Selbsteinschätzungen gefasst (einer muss es ja haben) und habe eingesehen, dass sie sowieso macht was sie will, egal ob ich „Nein“, „Ja“ oder „Ach, du kannst mich mal, du wirst schon sehen was du davon hast“ sage. Niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde. Für mich. Aber das nehme ich gerne in Kauf, denn letzten Endes ist sie all das, was ich mir immer wünschte.

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