An einem sonnigen Wintertag im Januar

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Es war noch früh, doch die Sonne schien bereits warm durch das Fenster des Zuges. Es war einer dieser Tage, an denen sie aufwachte und Sehnsucht hatte – nach neuen Entdeckungen, neuen Orten und Erfahrungen.
Die Landschaft zog an ihr vorbei, der Schnee glitzerte auf den Feldern und Bergen. In Weimar stieg sie aus. Ehe sie einen Blick auf den Plan werfen konnte, fuhr ein Bus vor. Linie 1, Richtung Taubach, über Belvedere. Sie stieg ein.Aus der Ferne sah sie ein paar Gebäude, nur Umrisse, aber es musste etwas Großes sein. „Nächster Halt: Belvedere.“ Die Endhaltestelle war bald erreicht und sie war bereits der letzte Passagier, also stieg sie aus.

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Die warmen Farben des Schlosses erstrahlten im Sonnenlicht und hoben sich stolz von der schneebedeckten Landschaft ab. Ehrfürchtig blickte sie sich um. Sie war ganz allein, weit und breit war niemand zu sehen, alles war still. Sie ließ sich treiben, streifte durch den Schlosspark, entlang des russischen Garten und der alten Eichen.
Hier und da waren ein paar Kinder, die mit ihren Schlitten tollkühn durch die unebene Landschaft des Parks sausten, vereinzelt kam ihr ein naturbegeisterter Fotograf entgegen und von Zeit zu Zeit ein paar Entdecker, die wie sie, die einzelnen Stationen im Park erkundeten. Es gab überraschend viel zu sehen, viel mehr als sie sich erhofft hatte.

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Auf einer Bank nahe der Fontäne machte sie eine Pause. In der tief stehende Sonne fielen die Wassertropfen wie schimmernde Kristalle auf die zugefrorenen Brunnendecke. Erst jetzt bemerkte sie, wie viel Zeit bereits vergangen war. Sie blinzelte in die Sonne und lächelte. Da war es, dieses Gefühl, nach dem sie sich gesehnt hatte.

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